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Aktienmärkte weltweit
Das vergangene Jahr war das turbulenteste und
zugleich schwächste Börsenjahr seit 2002. Zahl-
reiche Eskalationen an den Finanzmärkten und
eine sich immer deutlicher abzeichnende Wirt-
schaftskrise führten zu Achterbahnfahrten an den
Weltbörsen. Der Dow Jones Index verzeichnete
nach Punkten die größten Tagesverluste aber
auch -gewinne in seiner Geschichte und gab
im Jahresverlauf um 35,1% auf einen Jahres-
endstand von 8.668,39 Punkten nach. An den
deutschen Aktienmärkten kam es zu einem regel-
rechten Ausverkauf. Der DAX fiel im Jahresverlauf
um 40,4 % und notierte zum Jahresende bei
4.810,20 Punkten. Auch wegen der turbulenten
Ereignisse wurde der DAX mehrmals in seiner Zu-
sammensetzung geändert und hat neue Berech-
nungsregeln erhalten. Der MDAX, in dem auch
die Aareal Bank Aktie in 2008 gelistet war, musste
ebenfalls ein deutliches Minus von 43,2 % auf
einen Jahresendstand von 5.601,91 Punkten hin-
nehmen.
In der ersten Jahreshälfte wurde die Stimmung an
den Märkten besonders durch die stark steigenden
Rohstoffpreise und die Befürchtungen der An-
leger hinsichtlich der weiteren Entwicklungen der
Finanzmarktkrise geprägt. Zudem führten mehrere
europäische Banken Kapitalerhöhungen durch.
Insbesondere Staatsfonds aus dem Mittleren
Osten und Südostasien beteiligten sich an diesen
Banken. Während der Ölpreis in der zweiten
Jahreshälfte wieder deutlich sank, wurden die zu-
vor gezeichneten Negativszenarien der Finanz-
marktkrise von der Realität noch übertroffen. Im
Bankensektor erforderte es Rettungsaktionen und
Notverkäufe, um drohende Insolvenzen der be-
troffenen Institute zu verhindern.
Am 15. September 2008 markierte die Insolvenz
der amerikanischen Investmentbank Lehman
Brothers einen Höhepunkt der Finanzmarktkrise
und führte zu dramatischen Kursverlusten an den
internationalen Börsen. Eine einschneidende Ketten-
reaktion resultierend aus der US-Subprime-Krise
ließ auch die deutschen Finanzmärkte tief in die
Krise rutschen. Die Refinanzierungsbedingungen
an den Geld- und Kapitalmärkten verschlechterten
sich deutlich. Dies brachte unter anderem einen
bedeutenden Wettbewerber der Aareal Bank, die
Hypo Real Estate, in Bedrängnis. Der angeschla-
gene Staats- und Immobilienfinanzierer wurde
durch eine konzertierte Rettungsaktion der Bundes-
regierung und einiger deutscher Banken vor der
Insolvenz gerettet.
Als Reaktion auf die dramatische Zuspitzung der
Finanzmarktkrise konzipierten die betroffenen
Regierungen Rettungspakete zur Stabilisierung
des internationalen Finanzsystems. In Deutschland
verabschiedeten Bundestag und Bundesrat am
17. Oktober 2008 das Finanzmarktstabilisierungs-
gesetz (FMStG).
Der in diesem Zug gegründete ,,Sonderfonds
Finanzmarktstabilisierung" (SoFFin), der mit
480 Milliarden Euro ausgestattet ist, soll das
deutsche Finanzsystem stabilisieren und wesent-
lich dazu beitragen, das Vertrauen zwischen den
Marktteilnehmern wieder herzustellen.
Auch auf dem Geldmarkt spiegelt sich ein massiver
Vertrauensverlust der Banken untereinander wider.
Die Leitzinssenkungen und Liquiditätsspritzen
der internationalen Notenbanken konnten das
Austrocknen der Geldmärkte nicht verhindern.
Auch die Weltbörsen wurden zum Jahresende von
der schwierigen Konjunkturlage weiter auf Talfahrt
geschickt.
49Geschäftsbericht Aareal Bank Konzern 2008 | Aareal Bank Aktie
